Soylent Green – der überzeugendste Thriller des Zukunftsgenres
Posted: December 14th, 2009 | Author: Christian | Filed under: FilmeTags: 70er, Filme, Science Fiction | 1 Comment »
Aus aktuellen Anlass* möchte ich an dieser Stelle jetzt einmal einen meiner Lieblingsfilme vorstellen – “Soylent Green” oder auch “2022 … die überleben wollen”. Keine hundert Explosionen oder eine Welt die untergeht, wie es in heutigen Filmen immer der Fall ist, sondern ein klassischer Sci-Fi Film der thematisch sehr gut in die heutige Zeit passt.
Während wir seit den 1980er Jahren über den Treibhauseffekt und den drohenden Klimawandel auf der Erde diskutieren, erzählte der Film Soylent Green bereits in den frühen 1970er Jahren von Horrorszenarien die uns in der Zukunft des 3. Jahrtausends erwarten.
Im Jahr 2022 wohnen mehr als 40 Millionen Menschen allein im Big Apple und schon längst sind Wohnraum, Nahrung und Wasser dank der Überbevölkerung knapp geworden. Nur in den Treppenhäusern New Yorks finden manche Menschen noch einen Unterschlupf für die Nacht. Das biologische Endzeitalter der Natur hat bei der Tier und – Pflanzenwelt längst Einzug gehalten. Unerträgliche Hitze belastet die Erde und schon gibt es für die Bevölkerung kein ausreichendes Wasserreservoir mehr. Und auch die Ernährung aller kann nicht mehr gewährleistet werden, deswegen muss man auf künstlich erzeugte Nahrungsmittel ausweichen um nicht zu verhungern – diese Nahrung kennt man unter Soylent Red, Soylent Yellow oder Soylent Green.
Anders sieht es aus, wenn das Bankkonto groß genug ist. Alle gut betuchten Bürger können sich teilweise immer noch “natürliche” Nahrungsmittel kaufen und brauchen auch nicht auf fließendes warmes bzw. kaltes Wasser zu verzichten (Dadurch das es kaum noch Tiere gibt ist ein Steak aber auch bei diesen Bürgern doch etwas besonderes). Selbstverständlich verfügen diese Menschen auch nach wie vor über adäquaten Wohnraum.
Normale Bürger die das Glück hatten nicht auf einer Treppe oder in der Kirche schlafen zu müssen teilen sich oft eine Wohnung. So lebt der Polizist Thorn (Charlton Heston) und sein älterer Kollege Sol (Edward G. Robinson) zusammen in einer Wohnung. Thorn selbst kennt die Welt nur in ihrem Ist-Zustand, sein Kollege jedoch hängt alten Erinnerungen an, wie es früher einmal war und kann sich noch an die Zeiten erinnern als es noch für alle Gemüse zu essen gab. Der Polizist Thorn ist nicht frei von Korruption, durch seinen Überlebenswillen und seine Arbeit als Polizist bekommt er hier und da auch die Möglichkeit an Gegenstände oder Essen wie Marmelade oder Gemüse heranzukommen.
Es kommt zu einem Mord am reichen William R. Simonson (Joseph Cotten), den Thorn aufdecken soll. Bei dem Toten handelt es sich um den abgedankten Magnaten eines Nahrungsmittelkonzerns, der mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mit der künstlichen Nahrung versorgt. Im Rahmen der Ermittlungen, die ihn zunächst in die häusliche Umgebung des Opfers führen, kommt der Polizist auf die Spur eines Komplotts.
Als der alte Sol beschließt, seinem Leben ein Ende zu machen wird der Film etwas melancholisch, denn zu der Prozedur des „Einschläferns“ (ein freiwilliges Aus-dem-Leben-scheiden) gehört die Vorführung eines Films der alten Welt, gekoppelt mit klassischer Musik. Thorn erfährt hierbei, wie die Welt früher ausgesehen hat, ehe er auf ihr lebte und ist überwältigt von der gezeigten Flora und Fauna und der Schönheit der Schöpfung.
Am Ende wird dann noch das dunkle Geheimnis um den Mord an Wiliam R. Simonson aufgedeckt, aber dazu will ich hier nichts sagen – etwas Spannung soll ja auch noch bleiben, soviel zu meinem Filmtipp.
*Der stattfindenden Klimakonferenz in Kopenhagen und dem Aufruf von Astrid in ihrem Kino Blog
[...] 4. Christian Schmidt mit Soylent Green: SOYLENT GREEN IST MENSCHENFLEISCH! Und ich habe brav gegoogelt, bevor ich hier Spoiler spiele, aber 1. steht das auch genau so in Wikipedia und 2. gehe ich davon aus, dass die Meisten von Euch den Film kennen. Großer Spaß! Sollte man gesehen haben! Außerdem versteht man dann auch einige Dark-Wave-Samples besser [...]