“Logan’s Run” oder die “Flucht ins 23. Jahrhundert”

Posted: January 17th, 2010 | Author: Christian | Filed under: Filme
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Hier möchte ich noch einen meiner Lieblingsfilme vorstellen, dessen deutscher Titel leider etwas fragwürdig ist. Im Film Logan’s Run oder in Deutsch “Flucht ins 23. Jahrhundert” geht es nicht, wie man vermuten würde, um eine Flucht in ein anderes Jahrhundert sondern eher einer Flucht “im” 23. Jahrhundert.

Der Film Flucht ins 23. Jahrhundert / “Logan’s Run” erzählt die Geschichte von Logan 5 (Michael York) und Jessica 6 (Jenny Agutter), die in einer überkuppelten Stadt in einer fernen Zukunft nahe dem heutigen Washington leben. Diese von der Außenwelt abgeschirmte Stadt ohne Namen wird von einem ausgeklügelten Computersystem verwaltet und versorgt ihre Bewohner automatisch mit allem, was diese sich wünschen.

Einziges Problem bei den ansonsten paradiesischen Umständen ist, dass ein strenges Regime der Geburtenkontrolle durchgesetzt wird: Geburten erfolgen in vitro und nur nach formellem Antrag und entsprechender Genehmigung; zudem ist die Lebensspanne aller Einwohner künstlich auf 30 Jahre beschränkt. Exekutive dieses diktatorischen Verwaltungsapparates sind “Sandmann” genannte Polizisten, die mit speziellen Handfeuerwaffen ausgestattet sind. Ansonsten sind Waffen in der Stadt strengstens untersagt.

Zur Überwachung der Bewohner wird diesen bereits bei der Geburt eine sogenannte Lebensuhr in ihre linke Hand implantiert. Beim Erreichen des 30. Lebensjahres müssen alle bei einem “Karussel” genannten Ritual mitspielen: Sie schweben hoch in die Luft, um beim Erreichen eines zentralen Punktes “wiedergeboren” – auf deutsch: dematerialisiert – zu werden. Wer dreißig wird und sich vor der Teilnahme am “Karussel” drückt, wird zum “Läufer” und von Sandmännern gejagt und terminiert – was generell als eine verpasste Chance zur Erfüllung des Lebenszwecks verstanden wird.

Eines Abends sucht der Sandmann Logan 5 im “Liebeslift” – einem futuristischen Apparat, mit dem Teilnehmer teleportiert werden können – nach einer geeigneten Sexualpartnerin und stößt dabei auf die junge Jessica 6. Im folgenden Gespräch drückt diese ihre Sympathien gegenüber Läufern aus und blockt schließlich Logans Annäherungsversuche ab.

Eines anderen Tages, im Hauptquartier der Sandmänner, erhält Logan 5 einen Spezialauftrag vom Zentralgehirn. Dieses hat eine Zählung durchgeführt und festgestellt, dass eine ganze Reihe von “Läufern” vermisst werden, d.h. sie tauchen nicht in den Statistiken über Terminierungen auf. Weitere Recherchen haben ergeben, dass es eine Untergrundbewegung geben muss, die Menschen irgendwie aus dem System entfernt. Logan soll nun alles darüber herausfinden und erhält eine spezielle Motivation: Seine Lebensuhr wird künstlich vorgespult und auf 30 gesetzt.

Logan erinnert sich an Jessica und versucht nun, über sie Kontakt mit dem Untergrund aufzunehmen. Jessica hat tatsächlich Freunde dort, aber der Untergrund ist erwartungsgemäß sehr skeptisch einem Sandmann gegenüber. Jessica ist jedoch von Logans Motiven überzeugt und will ihm helfen.

Der Rest des Films ist eine reine Hatz: Logan und Jessica werden zunächst vom Untergrund, dann von Sandmännern gejagt. Logans alter Kollege Francis 7 (Richard Jordan) wird speziell auf die beiden angesetzt. Sie schaffen es jedoch, in einen unbekannten Bereich der Stadt zu fliehen, wo sie “Box” treffen. Box ist ein uralter Roboter, dessen Aufgabe in der Frischhaltung von Nahrungsmitteln besteht. Die einzigen Nahrungsmittel, die er frisch hält, sind jedoch in letzter Zeit nur die Menschen, die versuchen, aus der Stadt unter der Kuppel zu fliehen und zwangsläufig bei ihm vorbeikommen. Box friert sie alle ein.

Aber nicht Logan und Jessica, diese können spektakulär entkommen – in eine Aussenwelt, die gänzlich menschenleer wirkt. Nach tagelanger Reise finden sie eine Stadt (Washington) und dort einen sehr alten einsamen Mann (Peter Ustinov). Francis, der ihrer Spur bis hierher folgen konnte, versucht erfolglos sie zu terminieren. Mit dem Versprechen andere junge Menschen zu treffen, wird der alte Mann überredet, mit ihnen zurück zu ihrer Stadt zu kommen. Er soll dort allen als anschaulicher Beweis dafür dienen, dass es ein Leben jenseits von 30 gibt.

Während der alte Mann vor der Kuppel wartet schwimmen Logan und Jessica durch ein Wasserkraftwerk wieder in die Stadt und versuchen die Einwohner von der Wirklichkeit über die Außenwelt zu überzeugen. Der Zentralcomputer wird dadurch mit widersprüchlichen Tatsachen konfrontiert und nutzt die Gelegenheit durchzudrehen. In der aufkommenden Panik entkommen die Stadtbewohner und treffen auf den alten Mann, der sich gerne wieder von jungen Mädchen den Bart kraulen lässt.


Soylent Green – der überzeugendste Thriller des Zukunftsgenres

Posted: December 14th, 2009 | Author: Christian | Filed under: Filme
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Aus aktuellen Anlass* möchte ich an dieser Stelle jetzt einmal einen meiner Lieblingsfilme vorstellen – “Soylent Green” oder auch “2022 … die überleben wollen”. Keine hundert Explosionen oder eine Welt die untergeht, wie es in heutigen Filmen immer der Fall ist, sondern ein klassischer Sci-Fi Film der thematisch sehr gut in die heutige Zeit passt.

Während wir seit den 1980er Jahren über den Treibhauseffekt und den drohenden Klimawandel auf der Erde diskutieren, erzählte der Film Soylent Green bereits in den frühen 1970er Jahren von Horrorszenarien die uns in der Zukunft des 3. Jahrtausends erwarten.

Im Jahr 2022 wohnen mehr als 40 Millionen Menschen allein im Big Apple und schon längst sind Wohnraum, Nahrung und Wasser dank der Überbevölkerung knapp geworden. Nur in den Treppenhäusern New Yorks finden manche Menschen noch einen Unterschlupf für die Nacht. Das biologische Endzeitalter der Natur hat bei der Tier und – Pflanzenwelt längst Einzug gehalten. Unerträgliche Hitze belastet die Erde und schon gibt es für die Bevölkerung kein ausreichendes Wasserreservoir mehr. Und auch die Ernährung aller kann nicht mehr gewährleistet werden, deswegen muss man auf künstlich erzeugte Nahrungsmittel ausweichen um nicht zu verhungern – diese Nahrung kennt man unter Soylent Red, Soylent Yellow oder Soylent Green.

Anders sieht es aus, wenn das Bankkonto groß genug ist. Alle gut betuchten Bürger können sich teilweise immer noch “natürliche” Nahrungsmittel kaufen und brauchen auch nicht auf fließendes warmes bzw. kaltes Wasser zu verzichten (Dadurch das es kaum noch Tiere gibt ist ein Steak aber auch bei diesen Bürgern doch etwas besonderes). Selbstverständlich verfügen diese Menschen auch nach wie vor über adäquaten Wohnraum.

Normale Bürger die das Glück hatten nicht auf einer Treppe oder in der Kirche schlafen zu müssen teilen sich oft eine Wohnung. So lebt der Polizist Thorn (Charlton Heston) und sein älterer Kollege Sol (Edward G. Robinson) zusammen in einer Wohnung. Thorn selbst kennt die Welt nur in ihrem Ist-Zustand, sein Kollege jedoch hängt alten Erinnerungen an, wie es früher einmal war und kann sich noch an die Zeiten erinnern als es noch für alle Gemüse zu essen gab. Der Polizist Thorn ist nicht frei von Korruption, durch seinen Überlebenswillen und seine Arbeit als Polizist bekommt er hier und da auch die Möglichkeit an Gegenstände oder Essen wie Marmelade oder Gemüse heranzukommen.

Es kommt zu einem Mord am reichen William R. Simonson (Joseph Cotten), den Thorn aufdecken soll. Bei dem Toten handelt es sich um den abgedankten Magnaten eines Nahrungsmittelkonzerns, der mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mit der künstlichen Nahrung versorgt. Im Rahmen der Ermittlungen, die ihn zunächst in die häusliche Umgebung des Opfers führen, kommt der Polizist auf die Spur eines Komplotts.

Als der alte Sol beschließt, seinem Leben ein Ende zu machen wird der Film etwas melancholisch, denn zu der Prozedur des „Einschläferns“ (ein freiwilliges Aus-dem-Leben-scheiden) gehört die Vorführung eines Films der alten Welt, gekoppelt mit klassischer Musik. Thorn erfährt hierbei, wie die Welt früher ausgesehen hat, ehe er auf ihr lebte und ist überwältigt von der gezeigten Flora und Fauna und der Schönheit der Schöpfung.

Am Ende wird dann noch das dunkle Geheimnis um den Mord an Wiliam R. Simonson aufgedeckt, aber dazu will ich hier nichts sagen – etwas Spannung soll ja auch noch bleiben, soviel zu meinem Filmtipp.

*Der stattfindenden Klimakonferenz in Kopenhagen und dem Aufruf von Astrid in ihrem Kino Blog